Vereinsgeschichte

Die Schützengesellschaft Seebronn - ein Traditionsverein 

   

1815 Veteranen der Befreiungskriege gründeten nach dem Sieg über die französische Vorherrschaft unter Napoleon Bonaparte eine Schützenkameradschaft in Seebronn.
Der Verein bildete einen Teil der Bürgerwehr und der Krieger- und Veteranenvereinigung "UnterGäu". Seebronn war Standort der Vereinsfahne.
Zu dieser Vereinigung gehörten auch die Schützenvereine Bondorf, Hailfingen, Mötzingen und Oschelbronn, die damit eine alte Tradition verbindet.

1837 Anfänglich diente ein blanker Schießplatz mit Schießmauer vor den Toren des Fleckens den Schützen als Vereinsgelände.
Den damaligen Gesetzen und Verordnungen entsprechend lag das Schießen in den Händen militärischer Ausbilder und Veteranen. Einzige Disziplin war das Schießen mit dem Württembergischen Infanteriegewehr.

1881 begann das sportliche Schießen. Seit diesem Jahr trägt der Verein seinen heutigen Namen "Schützengesellschaft Seebronn". Man beschloss einen neuen Weg einzuschlagen und teilte die Schützengesellschaft in zwei Verbände auf:
Veteranenvereinigung (militärisches Schießen mit dem Württembergischen Infanteriegewehr von 1871) und Schützengesellschaft Seebronn (sportliches Schießen mit der Scheibenbüchse).
Dies bedeutete jedoch, dass sich die Vereinigung von dem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Gelände trennen und sich völlig auf eigene Beine stellen musste.
Ein eigenes Gelände wurde erworben, auf dem ein Schießplatz mit einer 100m - Bahn eingerichtet wurde.

1882 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Königl. Württembergischen Oberamt Rottenburg.

1884 Das erste Schützenhaus erstand.

1886 trat die Schützengesellschaft dem Schwarzwald-Schützenbund bei. Aufgrund der in diesem Verband geltenden Schieß-Disziplinen und Schieß-Verordnungen wurde es

1887 notwendig, die Schießbahn auf 175m zu verlängern. Dazu wurden zwei weitere Parzellen zum Vereinsgelände hinzugekauft. Für die Verlängerung der Schießbahn musste das erst erbaute Schützenhaus versetzt werden.                                                                               Gruppenbild der Mitglieder aus 1889

1890 und danach war Seebronn Austragungsort vieler Bundes-Schießen, erstmalig am 18. Mai.
Die Veteranen-Vereinigung, einst Stamm- und Brudervereinigung der Gesellschaft, hatte zu dieser Zeit ebenfalls einige Veränderungen durchzumachen.
Zum Schießen mit Großkaliber wurde eine zweite Disziplin, das Zimmerstutzenschießen ausgeübt.

Da um die Jahrhundertwende viele der Veteranen nicht mehr lebten, überlegte man, sich entweder selbst eine Anlage zu schaffen oder aber sich der zu dieser Zeit bereits erfolgreichen Schützengesellschaft anzuschließen. Das Scheibengewehr, das noch mit der Pulverflasche geladen wurde, wurde durch die Patronenlader verdrängt; diese waren in der Regel Mehrlader.

Die Schützengesellschaft reagierte sofort auf den zu erwartenden Eintritt vieler Schützen aus der Zimmerstutzen schießenden Veteranen-Vereinigung und Bürgerwehr, sowie auf die Zunahme der Schützen, die Mehrlader schossen.

1913 am 4. Februar, wurden Satzung und Schießregeln geändert, beim Oberamt hinterlegt und genehmigt. Die Jahreshauptversammlung am 12. April 1913 leistete die Vorarbeit für die nun schon feststehende Aufnahme der Zimmerstutzen-Schützen. Am 9. November, noch vor dem Abschluss-Schießen, erfolgte die Aufnahme von 36 Mitgliedern.

1914 - 1918 Im 1. Weltkrieg fielen zwei Mitglieder der Schützengesellschaft.

In der Zeit nach dem 1. Weltkrieg wurde das Kleinkaliber-Schießen aktuell. Auch auf diese veränderte Tendenz stellte sich die Schützengesellschaft ein.

1926, am 5. April, wurde beschlossen, zwei 50m Kleinkaliber-Bahnen zu erstellen. Bisher wurde innerhalb der Schützengesellschaft nur mit großkalibrigem Gewehr geschossen, auch von den Jungmännern. Außerdem wurden zwei KK-Gewehre (Mauser) für die Gesellschaft angeschafft. Schießmeister der KK-Schützen wurde Karl Gramer. Am 17. Oktober 1926 wurde das erste KK-Preisschießen in Seebronn durchgeführt.

1933 - 1945 mussten die Schießbahnen den Wehrverbänden zur Verfügung gestellt werden. In der Nachkriegszeit wurde der Schießbetrieb verboten.

Es erging der Schützengesellschaft wie allen anderen Schützenvereinen. Die Anlagen zerfielen, was die Natur nicht zerstörte, wurde von schießsportfeindlichen Einwohnern zerstört Die Bahn glich einer Wildnis.

1953 erfolgte die Freigabe des Schießsports. Sofort waren unentwegte Seebronner zur Stelle, um die Schützengesellschaft wieder aufzubauen.

Neue Disziplinen und Zielsetzungen erforderten Erweiterungen und Umbauten in der Folgezeit.

1954 am 16. Mai, wurde allen Widerständen zum Trotz, im Gasthaus Hirsch die erste Versammlung nach dem Kriege abgehalten, um die Seebronner Schützengesellschaft wieder zu gründen.

Die an diesem Tage gewählte Vorstandschaft bestand aus: Oberschützenmeister Johannes Weiss, Schützenmeister Karl Kaltenmark, Kassier Otto Lambrecht, Schriftführer Eugen Schach. In den Ausschuss kamen: Gerhard Teufel, Max Fischer, Karl Schäfer, Eugen Schach (Mitgliederstand: 11).
Kriegsbedingt besaß die Schützengesellschaft keine Waffen mehr; trotz leerer Kasse wurden in unermüdlicher Arbeit Schießbahnen, Deckungen und Schützenhaus wieder hergestellt. Am 11. November wurde das erste Preisschießen nach dem Krieg abgehalten.

1955, am 1. Januar erfolgte der Beitritt zum Deutschen Schützenbund (DSB).

1956 erfolgte die behördliche Zulassung der Schießbahn, das Vereinsleben und der Schießbetrieb normalisierten sich.

1960 Austritt aus dem DSB und Übertritt in den Schwäbischen Sportschützenbund.

1962 - 1964 Bau eines neuen Schützenhauses in Massivbauweise und einer modernen elektrischen Kleinkaliberbahn. Schützenhaus und Schießbahn wurden am 15. August 1965 eingeweiht.

1967 Bau eines gemauerten Bienenhauses für den vereinseigenen Bienenbestand.

1969 Bundesjuniorenschießen: bei den Jugendmeisterschaft des Schwäbischen Sportschützenbundes wurde Heiner Weiß Bundessieger in der Disziplin Luftgewehr.

1970 - 1972 Bei den Umbau- und Renovierungsarbeiten erfolgte die Erweiterung der Schießanlage durch den Bau eines Pistolenstandes.

1971 wurde beim Dachumbau eines Seebronner Hauses die alte Originalfahne der Veteranenvereinigung Untergäu 1870/1871 wiedergefunden und dem Verein übergeben.
Anbau einer Terrasse an das Vereinsheim. Entwurf und Herstellung eines Vereinsabzeichens.

1972 Wiederbelebung der alten Bräuche: Gründung des Ehrenzuges der Schützengesellschaft Seebronn.
Feier zum 150-jährigen Jubiläum der SG Seebronn am 8. - 10. Juli: mit glanzvollem Festzug unter Teilnahme zahlreicher Gastvereine.
Sportliche Auszeichnungen in diesem Jahr: 55 Bundes-Auszeichnungen, davon achtmal Groß-Gold, einmal Gold mit Kranz und dreizehnmal Gold.

1973 Lilo Holland: Erste aktive Schützin der SG Seebronn in der Disziplin Luftgewehr.
Erstes Freundschaftstreffen mit den österreichischen Schützen aus Wörgl / Tirol.

1974 Anschaffung einer Schützenkette (Königskette); Bundesjugendwettkampf in der Luftgewehr - Disziplin; Seebronn wurde Sieger. Bester Einzelschütze Freddy Ehmann; Bundesschützenkönig.
Erstes Freundschaftstreffen mit Schweizer Schützen in Sulz / Künten bei Zürich.

1975 am1. Januar erfolgte der Wiederbeitritt in den Deutschen Schützenbund (DSB ).

1975 - 1978 Um- und Erweiterungsbau des Schützenhauses, Bau einer Luftgewehrhalle und einer neuen Kleinkaliber-Anlage.

1979 Erster Besuch bei den Pistolenschützen des CCZO in Wila / Schweiz.

1980, am 6. Juli, Einweihung des neue Schießstandes für Kleinkaliber und Großkaliber.

1981 Im Rahmen der Freizeitspiele wurde die Aktion „Fahr Rad und Schieß" ins Leben gerufen, mit den Vereinen aus der ehemaligen Veteranenvereinigung Bondorf, Hailfingen, Mötzingen und Öschelbronn (bis einschließlich 2005).

1982 Bei der 800-Jahr-Feier der Gemeinde Seebronn nahm die Schützengesellschaft am historischen Festzug teil.

1984 erfolgte der Erwerb eines Geländes zur Errichtung einer Bogenschießanlage.

1987 Bekanntgabe der Gründung der dritten Sparte der SGes: Das Bogenschießen.

1989 Übergabe des Bogenschießgeländes durch die Stadt Rottenburg mit Einweihungsfeier und Vorstellung des Bogenschießens.
Beginn der ersten großen Bauaktion zur Erweiterung der Pistolenstände. Ein neuer Anbau wird erstellt: Errichtung eines zweiten Pistolenstandes, Luftgewehrhalle, Schützenstube und Besprechungsraum. Im Juni 1994 große Einweihungsfeier des Neubaus

1990 Jubiläumsfeier 175 Jahre Schützengesellschaft Seebronn, vom 31. 08. - 03. 09.

1996 Heiner Weiß, der 18 Jahre (von 1979 bis 1997) als 1. Vorstand (Oberschützenmeister) die Entwicklung der SGes Seebronn entscheidend prägte, erhält für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit eine besondere Auszeichnung: Die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg mit Urkunde, verliehen vom damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel.

2000 Die SGes Seebronn ist am 8. + 9. Juli erstmalig Ausrichter der Landesmeisterschaft Bogen im Freien.

2002 / 2003 In der Saison 2002/2003 zieht die SGes Seebronn als erster Verein im Kreis Tübingen in die 1. Bundesliga ein.

2007 filmte ein Kamerateam des RTL eine Reportage über die Schützengesellschaft Seebronn, anlässlich des Ordonnanzschießens am 22.und 23. September

2008 - 2015 Auch in den letzten Jahren unserer zweihundertjährigen Geschichte nahmen die Seebronner Schützinnen und Schützen weiterhin erfolgreich an Meisterschaften in allen Disziplinen teil, wobei unsere jüngste Sparte, die Bogenschützendisziplin die erfolgreichste ist: Hier kann die SGes mit drei deutschen Meistern glänzen:
Siegbert Diebold (2007), Manuela Kaltenmark (1999, 2004, 2006 & 2011) und Eckhardt Deuble (2006, 2008 & 2009).
Manuela Kaltenmark belegte 2000 bei der Weltmeisterschaft den 2.Platz, 2001 bei der Europameisterschaft den 2.Platz, 2005 den 1.Platz und 2006 bei der Weltmeisterschaft den 2.Platz.

Heute ist aus dem Schießplatz der Veteranen des Befreiungskrieges durch kameradschaftliche Zusammenarbeit und unermüdliche Eigenleistung ein moderner Schießbetrieb entstanden, der fast alle Schießsportdisziplinen umfasst:   
Variable Langwaffenstände bis 100m
10 Pistolenbahnen 25m inkl. Duellstände
Ein Innen-Luftgewehr bzw. -Luftpistolen Stand
Bogenschießanlage (bis 90m).

 
   

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